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Sonntag, 17. Juli 2011

Countryliving




Godmanstone – diesen archaischen Namen trägt das kleine Dörflein, in welches es uns derzeit verschlagen hat. Weniger archaisch hört sich der Dorfname natürlich an, wenn man diesen ausspricht, wie es die Indigenen zu tun pflegen. Sie nennen ihren Ort „Godminstn“, wodurch der „man“ und „stone“ einfach verschluckt werden und nur Gott von Dauer zu sein scheint. Dieses Verschlucken oder Übergehen von bestimmten Worteilen dürfte in England generell beliebt sein. So wird z.B. Gloucester Street zu „Glohster Street“, Cockburn zu „Cohburn“ oder Worcestshire Sauce zu „Wustasha Sauce“. Interessanterweise ist das von uns nahe gelegene Dorchester davon verschont geblieben und so wird Thomas Hardys Wirkungsstätte auch von den Ansässigen so ausgesprochen wie gelesen (also nicht etwa „Dorsta“, „Dorsesta“, oder „Dortschta“, wie man annehmen könnte).


Seit über 20 Jahren betreiben Patsy und Hugh Chapman ihre „Long Medow Organic Farm“ in dieser Region und nehmen auch schon seit Jahren Woofer auf. Diesen Sommer uns zwei.
Ein kleiner gemütlicher Caravan bietet uns Unterschlupf, in welchem wir schlafen, frühstücken und lesen.









Jeden Tag um 9 beginnt die Arbeit: Gemüse ab- und zudecken, Unkraut entfernen und Erde pflügen, Gemüsesamen ansetzen, Gemüse ernten und bewässern, Gemüse putzen und abpacken, usw…







Immer dabei ist der Hund des Hauses – Rosie. Ihr Lieblingsspiel: Stöckchen bringen, es werfen lassen und wieder bringen. Sie ist unermüdlich auf der Suche nach neuem „Wurfmaterial“, das sie einem vor die Füße legen kann – und sie findet immer etwas, auch wenn es nur ein dürrer Strohhalm ist...




Um 11 Uhr gibt’s die erste Teatime, bei der sich alle versammeln um Earl Grey mit Milch zu trinken und Biskuits zu esse. Dann wird weitergearbeitet bis um 13 Uhr – Lunchtime. Das Mittagessen ist meistens eine „Ploughman’s Platter“ und besteht aus frisch geerntetem Gemüse, Brot, Butter, Käse und Chutney.



Jeder Lunch wird natürlich mit der zweiten Teatime abgeschlossen.  Je nach Bedarf wird dann bis 4 weitergearbeitet oder wir haben bereits nach dem Essen frei. Die dritte Teatime halten wir meist im intimen Rahmen zu zweit, zwischen 16 und 17 Uhr oder wir kehren in einen gemütlichen Tearoom in den umliegenden Dörfern ein – Manche britische Gewohnheiten übernimmt man einfach gern… 



Viel gelernt haben wir in dieser Woche über den Gemüseanbau und die Flora im Allgemeinen. Daneben blieb Zeit für Ausflüge, z.B. in das nahe gelegene Cerne Abbas, um den „Giant“ dort zu besichtigen... (Mutige "googeln" diesen nun ;))







... oder nach Dorchester, wo wir uns auf einen „Ghostwalk“ begeben haben. Schaurige Geschichten erfuhren wir auf diesem, über Geister, die noch heute auf den Straßen der Stadt umherwandeln. Um immer wieder wurde auf den Patron der Stadt Thomas Hardy verwiesen, der einige der gruseligen Begebenheiten in Kurzgeschichten niedergeschrieb.


Diese Woche wurden wir wettertechnisch nur mit Sonnenschein verwöhnt, der uns unter anderem in den angrenzenden Bach auf ein Bad trieb. Erst heute hat es abgekühlt und begonnen etwas unbeständig zu werden. Also eigentlich genau das Wetter, das wir die ganze Zeit erwartet haben. :P
Morgen geht’s auf einen Bauernmarkt, wo Produkte aus der Region angeboten werden, auf dem wir die von uns geernteten Gemüseprodukte anpreisen werden. Looking forward to it!
Soweit das Neueste von uns! Wir hoffen all unseren Freunden geht es gut und wir freuen uns immer sehr über nette Kommentare!
Peas and Carrots!